Morgen beginnt
für Christine Müller vom Berliner Turn- und Sportclub (BTSC)
in Akita (Japan) der absolute Saisonhöhepunkt: Die Flossenschwimmerin
aus Weißensee startet mit der Delegation des Verbandes deutscher
Sporttaucher (VDST) bei der sechsten Auflage der World Games.
Bei diesen «Weltspielen» handelt es sich um eine Art olympische Spiele
der nichtolympischen Sportarten. Unter der Schirmherrschaft des Internationalen
olympischen Komitees (IOC) werden diese Spiele im Vierjahresrhythmus ausgetragen,
jeweils ein Jahr nach den olympischen Sommerspielen. 1997 wurden sie in Lahti,
Finnland, veranstaltet. 2005 wird Duisburg der Gastgeber sein.
Neben den Flossenschwimmern sind unter anderen auch die Rugby-, Boule- und die
Billardspieler in Akita dabei. Karateka kämpfen genauso um World Games-Medaillen
wie Trampolinspringer oder Frisbeescheiben-Werfer. Mehr als 3000 Sportler aus
91 Nationen messen sich in 26 offiziellen Sportarten sowie fünf Demonstrationssportarten,
zu denen zum Beispiel Sumo und Beachhandball gehören.
Im Flossenschwimmen gehört Deutschland zu den Spitzennationen weltweit.
Die 22-jährige Christine Müller vom Berliner TSC kann sich gute Chancen über
die 400 Meter Distanz ausrechnen: Bei den Weltmeisterschaften, die im vergangenen
Jahr in Palma de Mallorca ausgetragen wurden, kam sie über diese Mittelstrecke
auf den sechsten Platz und qualifizierte sich so für die World Games. Eine
ihrer schärfsten Konkurrentinnen kommt aus der eigenen Mannschaft. Ihre
Namensvetterin, 400-Meter-Vizeweltmeisterin Bettina Müller vom Tauchclub
fez (Köpenick) startet ebenfalls in Akita. Gemeinsam werden die beiden auch
in der 4 mal 100 Meter-Staffel die deutschen Farben in Akita vertreten. «In
der Staffel haben wir echte Medaillenchancen», sagt Christine Müllers
Heimattrainer Wolfgang Beck vom BTSC. Er glaubt fest an Edelmetall für seinen
Schützling. «Christine hat so fleißig trainiert. Sie ist extrem
ehrgeizig.»
Von Jirka Grahl |