Bronze für
flotte Nixen aus Prenzlberg
Von Jirka Grahl
Kurz bevor die Flossenschwimmer des Berliner Turn- und Sportclubs aus
Prenzlauer Berg demnächst in die Winterpause gehen, sorgten sie
bei der Langstrecken-Weltmeisterschaft in Ravenna (Italien) noch einmal
für positive Schlagzeilen. Die Schwestern Cathrin und Christine
Müller vom BTSC holten mit der Deutschen 4x2000 Meter-Staffel
Bronze bei «VIII. Campionato do Mondo».
Die 23-jährige Christine ging als Startschwimmerin der «Marathon-Staffel» ins
Rennen. Monoflosse, Schnorchel und Brille gehören zum Rüstzeug
bei den Langstrecken-Wettbewerben, bei denen die Strecke an der Oberfläche
schnorchelnd zurückgelegt werden muss. Studentin Christine Müller
kam nach großartigem Kampf als Zweite hinter der tschechischen
Startschwimmerin Michaela Simakova zum Wechselpunkt. Auch nach dem zweiten
Wechsel lag Deutschland auf dem Silber-Rang. Doch Sandra Häßler,
die als Dritte für den Verband Deutscher Sporttaucher (VDST)
ins Rennen ging, konnte den zweiten Platz nicht halten. Als Schlussschwimmerin
Cathrin Müller auf die Strecke ging, war Deutschland nur noch Vierter.
Italien und Russland waren zwischenzeitlich vorbeigezogen. Aber die Abiturientin
aus Pankow hatte die Konkurrenz in Sichtweite. Die Italienerin Anna Di
Cegle lag elf Sekunden vor ihr, die Russin Anna Andriewski hatte sieben
Sekunden Vorsprung. Cathrin Müller schwamm ein bravouröses
Finale.
Schnell hatte sie die Russin eingeholt und auch die Italienerin war bald
erreicht. Mit ihr lieferte sie sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Gleichauf überquerten
die deutsche und italienische hinter der tschechischen Schwimmerin
die imaginäre Ziellinie, die in dem Regattabecken in Ravenna nur
mit Bojen markiert war. Die Kampfrichter nahmen die Zeitmessung per Hand
vor. Ergebnis: Italien wurde zum Vizeweltmeister erklärt, mit der
gemessenen Zeit von 1:22:44,40 Stunden. Für Deutschland stand 1:22:44,50
Stunden in den Ergebnislisten. Eine Zehntelsekunde Differenz, nach acht
Kilometern Strecke, per Hand gestoppt! «Wir fühlten uns klar
benachteiligt, zumal die Zeitnehmer allesamt italienische Kampfrichter
waren», ärgerte sich Cathrin Müller nach dem Wettkampf.
Knapp an Bronze vorbei schwammen Christian Eife und Christian Wagner
vom Berliner TSC, die mit der deutschen Staffel nur Vierter wurden. Am
Ende fehlten 35 Sekunden auf das tschechische Quartett, dass sich die
Bronzemedaille holte. Sieger bei den Herren wurden die Gastgeber Italien
vor der favorisierten Staffel aus der Ukraine. |