Finswimming

Deutsche Meisterschaften

BTSC-Flossenschwimmer fischten Medaillen bei der Meisterschaft

Von Jirka Grahl

Randsportarten haben es schwer, im Kampf um die Zuschauergunst zu bestehen. Erst recht, wenn sich das Geschehen zum größten Teil unter der Wasseroberfläche abspielt, wie es bei den Flossenschwimmern des Berliner TSC (BTSC) der Fall ist.
So war denn die BTSC-Truppe samt Trainer Wolfgang Beck auch sehr erstaunt, bei den Deutschen Meisterschaften in Leipzig von einer 500 Besucher starken Kulisse empfangen zu werden. Schnell folgte die Ernüchterung: Die meisten Schaulustigen interessierten sich für die Deutschen Meisterschaften im Synchronschwimmen, die im benachbarten Sprungbecken der Universitätsschwimmhalle ausgetragen wurden.
Weitestgehend unbeachtet absolvierten die BTSC-Athleten die Titelkämpfe. Diese Ignoranz bleibt ein Rätsel für Trainer Wolfgang Beck: «Die delfinartigen Bewegungen beim Flossenschwimmen sind doch so ästhetisch anzuschauen und noch dazu die schnellste Art sich im Wasser mit Muskelkraft fortzubewegen», wunderte sich der 53-jährige Coach.
Seine junge Schwimmergarde schlug sich bei den Meisterschaften wacker: Vier silberne und acht bronzene Medaillen holte der BTSC in Leipzig, am Ende rangierten die Beck-Schützlinge auf dem sechsten Platz der Mannschaftswertung. «Schade, dass nicht wenigstens ein Titel für uns herausgesprungen ist», bedauerte Beck. Er haderte insbesondere mit dem Ausgang des 400-Meter-Rennens in der Disziplin Flossenschwimmen (FS). Nur sechs Zehntel trennten BTSC- Schwimmerin Christine Müller von der Siegerin Suzanne Jentzsch (SC DHfK Leipzig), die in 3:34,55 Minuten gewann. Auch über 200 Meter (FS) siegte die Leipzigerin vor Christine Müller. Immerhin, trotz des verpassten Titels qualifizierte sich die 23-jährige Berlinerin mit diesen Platzierungen für die Europameisterschaft, die im August in Eger (Ungarn) stattfindet.
Das Flossenschwimmen besteht aus drei Teildisziplinen: Beim klassischen Flossenschwimmen (FS) wird knapp unter der Wasseroberfläche schnorchelnd geschwommen, während beim 50-Meter-Streckentauchen ohne Atemhilfe getaucht wird. In der Disziplin Drucklufttauchgerät schließlich schiebt der Schwimmer die Sauerstoffflasche unter Wasser vor sich her. In dieser Disziplin fühlt sich Cathrin Müller (19) zu Hause. Die jüngere Schwester von Christine Müller wurde sowohl über 400 als auch über 800 Meter Vizemeisterin und kann sich ebenfalls auf die EM-Teilnahme freuen.

Der erst 15-jährige Christian Eife schaffte zwar nur Platz Sechs als bestes Resultat, mit seinen guten Zeiten über 200, 400 und 800 Meter FS schaffte er aber die Qualifikationsnormen für Jugend-WM, die dieses Jahr in Mexiko ausgetragen wird.